Die Montessori-Pädagogik

 Kein Kind braucht zum Erwerb der Muttersprache oder des aufrechten Ganges einen äusseren Zwang. Geeignete Vorbilder in seiner Umgebung reichen als Motivator vollumfänglich aus. Lediglich der Zeitpunkt eines bestimmten Lernschrittes ist von Kind zu Kind individuell verschieden, was wir anerkennen. Wir sind überzeugt, dass es sich mit Mathematik, Lesen, Schreiben und anderen Bereichen ebenso verhält, sofern das Lernumfeld günstig ist. Wo Lernverweigerung entsteht, wurden oft natürliche Lernprozesse gestört, behindert, oder gar verletzt und zwar durch ungeeignete Methoden wie Vernachlässigung, Druck, Über- oder Unterforderung etc. In der Montessori-Pädagogik gehen wir davon aus, dass jedes Kind grundsätzlich lernen will und sein ganzes Wesen von Grund auf darauf angelegt ist, Schritt um Schritt voran zu kommen.

 Durch das Fehlen eines fixen Lehrplanes, das Wegfallen des kollektiven Leistungsdruckes, das Vermeiden einer künstlichen Nivellierung wie z. B. beim immer noch weit verbreiteten Frontalunterricht, und durch die gänzliche Individualisierung der Lerninhalte können alle Kinder ungeachtet ihrer Leistungsfähigkeit optimal gefördert werden. Diese Schulform erlaubt daher wie keine andere die Integration des hochbegabten Kindes ebenso wie diejenige des Kindes mit einer Behinderung. Beide kommen erwiesenermassen auf ihre Rechnung.


 In der Montessori-Schule verstehen sich die Lehrkräfte als gewissenhafte Beobachter eines Entwicklungsprozesses und stehen dem Kind mit seinen Entwicklungsbedürfnissen grundsätzlich wohlwollend und unterstützend zur Seite. Das Kind findet daher in seinen Bemühungen um Erkenntnis, Fortschritt und Entwicklung jederzeit eine interessierte und kompetente Begleitung. Die Lehrkräfte sind bestrebt, stets passende Materialien für das aktuelle Interesse des einzelnen Kindes bereit zu halten, so dass diese Interessen, gepaart mit natürlicher, kindlicher Neugier, nicht zum Störfaktor, sondern zur wichtigsten Triebfeder auf dem eigenen Entwicklungs- und Bildungsweg werden.


 Mittels detaillierter Darbietungen wird das Kind in die Handhabung der einzelnen Materialien eingeführt und ihm selbst obliegt die Dauer der Beschäftigung damit sowie die Anzahl der Übungswiederholungen. Das Kind entscheidet von Mal zu Mal selber, ob es sich alleine, zu zweit oder innerhalb einer ganzen Interessensgruppe mit einem spezifischen Inhalt auseinandersetzt.


 Der Selbsttätigkeit eines Kindes wird grösster Wert beigemessen. "Hilf mir, es selbst zu tun“, lautet unser Motto. Das heisst konkret, dass wir nichts übernehmen, was das Kind nicht auch selber zu tun in der Lage wäre, und hoffen, durch entsprechende Aufklärung, die Eltern für einer vergleichbare Haltung gewinnen zu können.


 Durch die konkret handelnde Auseinandersetzung mit den verschiedenen Lerninhalten erreicht das Kind einen enormen Kompetenzzuwachs in allen Belangen und geniesst eine zunehmende Unabhängigkeit vom Erwachsenen. Diese wachsende Autonomie jedes einzelnen Kindes führt zu Selbstwert und Selbstsicherheit, was im lebenslangen Lernprozess durch nichts zu ersetzen ist.

d'Insle Montessori-Schule in Zürich